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Nachhaltiges Frankfurt: Stadt der Energie- und Mobilitätswende

In den letzten Jahren haben uns die Klimaveränderung und die politische Diskussion über die Folgen in Atem gehalten. Klimaschutz und eine ökologische Wende sind von jeher Kernpunkte unserer grünen Politik. In der ökologischen Frage entscheidet sich, wie wir in Zukunft leben und arbeiten. Wenn wir den Klimawandel nicht stoppen, hat das dramatische Auswirkungen für unser Zusammenleben. Diese Erkenntnis ist inzwischen Gemeingut – aber wir haben gerade erst begonnen zu ermessen, was diese Erkenntnis für die Stadtpolitik, für die Art und Weise, wie wir wirtschaften und für unseren privaten Alltag bedeutet. Hier wollen wir in Frankfurt gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vorangehen. Wir wollen zeigen, welche Lebensqualität eine Stadt haben kann, die sich unabhängig macht von Kohle, Atom, Öl und Erdgas. Wir wollen zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften die Arbeitsplätze der Zukunft schafft. Und wir wollen zeigen, wie die Herausforderung Klimawandel mit der Energie- und Mobilitätswende, aber auch mit Anpassungsmaßnahmen gemeistert werden kann.

Handlungsfeld Umwelt und Klimaschutz

Die Stadt Frankfurt hat unter der Grünen Umweltdezernentin Manuela Rottmann ein Klimaschutzkonzept beschlossen, das den Weg weist. Wir haben eine der größten Umweltzonen Deutschlands eingeführt, um das Problem des Feinstaubs besser in den Griff zu bekommen. Die Stadt schafft nur noch Fahrzeuge nach neusten Emissions-Standards an und hat annähernd alle alten Fahrzeuge mit Partikelfiltern nachgerüstet. Und wir haben – als erlebbare Umwelt – den GrünGürtel gegen Eingriffe verteidigt und erweitert, neue Grünflächen geschaffen und viele bestehende Parks umfassend saniert.

Erlebbare Umwelt ist kein Luxus, sie ist auch ein soziales Gut. Sie bietet kostenlose Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Und sie bietet einen Ort der Begegnung und einen Ort, Heimat zu entdecken. Wir müssen weiter darum ringen, dass Urbanität und Ökologie vereinbar bleiben. Auch Stadtmenschen haben ein Recht auf gesunde Luft, Ruhe und Nachtruhe. Deshalb setzen wir uns seit Jahren für Lärmschutzmaßnahmen und ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen ein. Auch Stadtkinder haben ein Recht auf Spielen in der Natur – ohne dazu ins Schullandheim reisen zu müssen. Auch in der Stadt muss man Artenschutz betreiben, denn auch Stadtmenschen leben von der ökologischen Vielfalt. Und Frankfurt soll Stadt der Energieeffizienz und der nachhaltigen Lebensstile werden und damit die Energiewende hin zur vollständigen Versorgung aus erneuerbaren Quellen schaffen.

Handlungsfeld Planen und Wohnen

Frankfurt hat sich unter Grüner Regierungsbeteiligung als Hauptstadt des Passivhauses etabliert. Die beste Energie ist nämlich die, die man gar nicht braucht. Passivhäuser sparen Kosten und bieten hervorragende Lebensqualität. Wir planen mit dem Hafenpark nach Jahrzehnten wieder einen großen innenstadtnahen Park und stärken damit die Lebensqualität im Frankfurter Osten. Mit dem Riedberg und dem Europaviertel entstehen neue Stadtteile mit gemischter, urbaner Nutzung und umfassender sozialer Infrastruktur.

Frankfurt benötigt mehr bezahlbaren Wohnraum – auch und gerade für Familien. Dafür müssen wir noch stärker sowohl mit den stadteigenen und stadtnahen Gesellschaften wie auch über Förderprogramme sorgen. Das Passivhaus muss die Regel werden – die Avantgarde ist das Plusenergie-Haus. Das gilt auch im sozialen Wohnungsbau. Bei der energetischen Sanierung im Bestand besteht weiterhin Handlungsbedarf. Ziel muss sein, dass alle Menschen in Frankfurt in energetisch sanierten Wohnungen leben können und so von steigenden Nebenkosten entlastet werden. Energieeffizientes Bauen ist auch soziales Bauen! Bei allen Planungsaktivitäten müssen wir darauf achten, die Balance zwischen Urbanität, sozialer Integration und Freiflächen zu halten und den Klimawandel zu berücksichtigen. Wir benötigen ein aktives Flächenmanagement und ein Konzept der moderaten Nachverdichtung, ohne die raren ökologischen Kleinode in der Stadt zu riskieren. Und wir benötigen generell einen transparenten Zugang zur Stadtplanung, der die unterschiedlichen Interessen deutlich macht und offen gegeneinander abwägt.

Handlungsfeld Mobilität

Im Bereich der Mobilität haben wir mit unserem Grünen Verkehrsdezernenten Lutz Sikorski die Wende eingeleitet – von einer Ideologie der autogerechten Stadt zu einer Vision der menschengerechten Stadt. Wir haben zahlreiche Einbahnstraßen für Radfahrerinnen und Radfahrer freigegeben und neue Radwege gebaut. Wir haben den öffentlichen Nahverkehr ausgebaut. Wir haben die Hauptwache für Fußgänger zurückgewonnen. Der Anteil des Radverkehrs hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Mobilität ist in unserer Stadt also insgesamt nachhaltiger geworden.

Es bleiben aber große Herausforderungen. Wir müssen den Wandel beschleunigen und den motorisierten Individualverkehr weiter einschränken. Nur so können wir Umwelt- und Gesundheitsinteressen wahren und die Lebens- und Aufenthaltsqualität in unserer dicht besiedelten Stadt weiter erhöhen. Nur so bekommen wir auch die Lärmproblematik in den Griff. Und nur so gewinnen wir Flächen zurück, die derzeit als graue Straßen und Parkplätze verloren sind. Dazu bedarf es eines weiteren Ausbaus der alternativen Angebote – und eines sozial verträglichen und attraktiven öffentlichen Nahverkehrs. Es muss zur Ausnahme werden, mit dem Auto in die Stadt zu fahren.

Bild: anweber - Fotolia.com

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